01

Meine ersten 1.015 km

Im Juli bin ich 163 km gefahren, im August kamen weitere 852 km dazu. Laut Fahrzeug beziehungsweise App lag der Verbrauch im Juli bei 16,2 kWh/100 km und im August bei 17,8 kWh/100 km.

Juli 2026163 km · 16,2 kWh/100 km
August 2026852 km · 17,8 kWh/100 km
Streckengewichtetca. 17,5 kWh/100 km

Der einfache Mittelwert der beiden Monatsverbräuche wäre hier irreführend, weil ich im August viel weiter gefahren bin. Streckengewichtet ergibt sich:

Gewichteter Verbrauch

(163 km × 16,2 + 852 km × 17,8) ÷ 1.015 km ≈ 17,5 kWh/100 km

02

Die vier öffentlichen Ladevorgänge

Für denselben Zeitraum habe ich vier Ladevorgänge mit den Angaben aus Ladesäule und BMW-App dokumentiert. Die Preise und Energiemengen sind meine tatsächlich abgerechneten Werte – keine allgemein verfügbaren oder für andere Fahrer repräsentativen Tarifangaben.

Öffentliche Ladevorgänge des BMW iX3 im Juli und August 2026
AnbieterSoCEnergie SäuleBMW/AppPreis/kWhKostenDauer
IONITY31 → 65 %26,523 kWh25 kWh0,45 €11,94 €18 min
Aral pulse25 → 76 %41,302 kWh39 kWh0,49 €20,24 €29 min
IONITY25 → 80 %43,150 kWh40 kWh0,45 €19,42 €25 min
EnBW26 → 85 %46,500 kWh43 kWh0,34 €15,80 €34 min
Gesamt–157,475 kWh147 kWh–67,40 €106 min

03

Was habe ich tatsächlich bezahlt?

Die einfachste und sicherste Zahl lautet: 67,40 Euro sind für diese vier Ladevorgänge tatsächlich abgebucht worden. Die Säulen haben zusammen 157,475 kWh berechnet. Daraus ergibt sich ein nach Energiemenge gewichteter Säulenpreis von rund 42,8 ct/kWh.

Tatsächlicher Säulenschnitt

67,40 € ÷ 157,475 kWh ≈ 0,428 €/kWh beziehungsweise 42,8 ct/kWh

Der EnBW-Ladevorgang mit 46,5 kWh zu 34 ct/kWh senkt diesen Schnitt deutlich. Das Ergebnis beschreibt deshalb genau meinen Lademix in diesem Zeitraum. Es ist weder ein allgemeiner Marktpreis noch eine Zusage, dass dieselben Preise für andere Fahrer oder zu einem anderen Zeitpunkt verfügbar sind.

Eigenen Ladevorgang berechnenSoC, Energie und Preis nachvollziehbar verbinden

04

6,64 €/100 km – warum diese Zahl zu einfach wäre

Teile ich nur die Ausgaben durch die gefahrene Strecke, kommt eine klare Cashflow-Rechnung heraus:

Reine Ausgabenrechnung

67,40 € ÷ 1.015 km × 100 ≈ 6,64 € bezahlte Ladekosten je 100 gefahrene Kilometer

Als Antwort auf die Frage „Wie viel Geld ist in diesem Zeitraum pro 100 km abgeflossen?“ ist das korrekt. Als exakte Verbrauchskosten des Autos wäre die Zahl aber zu einfach. Der Ladezustand zu Beginn und am Ende des gesamten Zeitraums ist nicht identisch. Damit decken die vier geladenen Energiemengen nicht exakt dieselbe Energiebilanz ab wie die 1.015 gefahrenen Kilometer.

Ein Beispiel: Endet ein Zeitraum mit mehr Energie im Akku als er begonnen hat, wurde bereits Strom für spätere Kilometer bezahlt. Endet er mit weniger, steckt ein Teil der gefahrenen Energie noch in einer früheren Ladung. Ohne gleiche Start- und Endbedingungen ist die Division daher eine Ausgabenaufnahme – keine geschlossene Verbrauchsmessung.

05

Eine realistischere Näherung: rund 8,0 €/100 km

Für eine sinnvollere Näherung verbinde ich den streckengewichteten Fahrzeugverbrauch von rund 17,5 kWh/100 km mit dem Preis bezogen auf die von der BMW-App ausgewiesene Energiemenge. Die App nennt für die vier Ladevorgänge zusammen 147 kWh. 67,40 Euro geteilt durch diese 147 kWh ergeben rund 45,9 ct/kWh.

Näherung auf BMW-Basis

17,5 kWh/100 km × 0,459 €/kWh ≈ 8,0 €/100 km

Auch das ist ausdrücklich kein exakt gemessener Kostenwert. Monatsverbrauch und App-Energiemengen sind gerundete Fahrzeugangaben, und die Bilanzgrenzen bleiben nicht vollständig geschlossen. Die Rechnung passt die Bezugsgrößen aber besser aneinander an als die reine Division von Ausgaben und Kilometern.

Wer ein eigenes Fahrprofil aus öffentlichem AC- und DC-Laden mit Kraftstoffkosten vergleichen möchte, kann dafür den Rechner ohne Wallbox verwenden.

06

Ladesäule und BMW-App zeigen nicht dieselbe Energiemenge

Die Ladesäulen berechneten zusammen 157,475 kWh, während die BMW-App für dieselben vier Ladevorgänge insgesamt 147 kWh ausweist. Die Differenz beträgt 10,475 kWh und liegt damit grob bei 6–7 % der Säulenenergie.

Daraus mache ich bewusst keine vermeintlich exakte Ladeverlustmessung. Die BMW-App weist die Energiemengen nur in ganzen Kilowattstunden aus. Schon diese Rundung begrenzt die Genauigkeit; außerdem vergleichen Säule und Fahrzeug unterschiedliche Messpunkte.

Grobe Differenz

157,475 kWh an der Säule gegenüber 147 kWh in der App: Das entspricht grob 6–7 %, ist wegen der gerundeten App-Werte aber kein präziser Ladeverlust-Messwert.

Was bei solchen Vergleichen überhaupt als Ladeverlust zählt, lässt sich im Ladeverluste-Rechner mit den eigenen Messgrenzen nachvollziehen.

07

Wie viel Aufwand war das öffentliche Laden?

Auf 1.015 km kamen vier öffentliche Ladevorgänge. Ihre dokumentierten Ladezeiten summieren sich auf 106 Minuten: 18, 29, 25 und 34 Minuten.

Unterm Strich stand das Auto für die vier Ladevorgänge zusammen 106 Minuten an der Säule. Das heißt aber nicht, dass ich 106 Minuten danebenstand und auf die Uhr geschaut habe. Die Zahl ist schlicht die aufsummierte Ladezeit – mehr will ich daraus nicht machen.

08

Mein Zwischenfazit nach gut 1.000 km

Ohne Wallbox funktioniert der BMW iX3 für meinen bisherigen Alltag bislang gut. Vier Ladevorgänge auf gut 1.000 km waren in meinem Nutzungsfall überschaubar. Meine öffentlichen Ladekosten lagen dabei deutlich unter typischen Ad-hoc-Höchstpreisen, weil ich gezielt passende Tarife und Netze genutzt habe.

Das ist mein konkreter bisheriger Fall und keine allgemeingültige Aussage für jeden Fahrer. Heimladen wäre in vielen Fällen bequemer und kann je nach Strompreis günstiger sein. Ebenso wenig folgt aus den ersten 1.015 km, dass ich grundsätzlich keine Wallbox brauche.

Mein ausführlicher Bericht zum Alltag ohne eigene Wallbox beschreibt die praktische Seite unabhängig von dieser Kostenbilanz.